BUND Ortsgruppe Friesenheim

Stadtradeln regte zum Nachdenken an.

Rad oder Auto, wo liegt der Fokus?

Friesenheim ist ein kleines Dorf und dennoch mit einer riesigen Fläche. Vom Wald bis hin zu landwirtschaftlich genutzten Flächen, von der Wohnbebauung bis  hin zu Gewerbeflächen und Industrieflächen. Strassen gehören dazu und sind die Verbindungswege, ohne sie geht nichts. 

Doch in den letzten Jahren wurde der Wegeplanung nur das "Auto" auf den Planungstisch gelegt. Heute wissen wir, dass es Sinn macht mit dem Rad zur Arbeit zu fahren und dann auch wieder zurück, dass viele Erledigungen mit dem Rad möglich sind und dass das Rad zur Gesundheitsvorsorge das ideale Sportgerät ist.

Gravierende Planungsfehler im Straßenbau wurden in der Vergangenheit in Friesenheim, ohne den Radverkehr mit einzuplanen, an der B3 aber auch an der Kreisstraße L118 gemacht und dann so durchgeführt. Heute wissen wir, Radelnde leben gefährlich.

In einer Pressemitteilung hat die Ortsgruppe auf dieses Manko hingewiesen,

# BZ vom 15.10.2020 

Aktivkohle Herstellen aus Baumschnitt

Warum Biokohle aus Baumschnitt den Boden verbessert

Terra Preta,, schwarze Erde, eine Erfindung aus der alten Welt und dies schon vor 4000 Jahren.

Was haben die Indios in Brasilien festgestellt, der Boden der Urwälder ist relativ unfruchtbar. Man kam dahinter, dass Holzkohle aus dem Astmaterial der Bäume die Bodenfruchtbarkeit und Wasserrückhaltung verbessert. 

Wie kamen diese alten Kulturen nun zu dieser Holzkohle? Man legte eine Grube an, der Runde Erdkonus hatte schräg abfallende Wände und ca. 2 m Durchmesser. In diesr Erdmulde wurde das trockene Astmaterial abgebrannt. Es entstand ein rauchfreier Feuerkegel und durch ständiges Nachlegen der Äste wurde das darunter liegende Material nur vergast. Sauerstoffknappheit führt zur Verkohlung, die Holzgase verbrennen rauchfrei und nach diesem "Entgasen" der letzten Zweige wird die Glut abgelöscht.

Die Holzkohle konnte also nicht weiter brennen und zu Asche werden. Wasser und Wasseredampf sprengen die feinen Kapillarwände der Holzkohle (im Unterschied zur Grillkohle). Es entsteht durch das Ablöschen eine offenporige Bioholzkohle oder Aktivkohle.

Diese Kohle wird heute  mit Naturdung und Gülle/Urin gemischt, die Kohle nimmt diese Stoffe in ihrer Feinporigkeit auf, Mikroorganismen wandelten die organischen Substanzen um in pflanzenverträglichen Dünger. Diese Nährstoffe werden nur langsam an die Böden abgegeben. Die der Erde untergemischte Aktivkohle kann auch das Wasser speichern, vergleichbar mit gebrannten Ziegelsteinen. 

Über diese Mischung  der Böden mit dieser angereicherten Holzkohle wurden bei den Urvölkern  hoher Kultur diese Erden  fruchtbarer gemacht und die Wetterschwankungen wurden durch die Speicherfhigkeit der Kohle ausgeglichen, Tockenperioden konnten besser überstanden werden, denn Wasserpumpen kannte man nicht und Tragen von Wasser in Krügen zu den  Felder wäre ein  enormer Aufwand gewesen.

Heute kann die rekonstruktive Archäologie nachweisen, dass die damaligen Kulturen Hochkulturen waren und chemisch-physikalische Vorgänge der Natur sehr wohl zum Eigennutzen eingesetzt haben.

Heute ist die Aktivkohle vielfältig eingesetzt, seit ca. 10 Jahren auch im großen Masstab in Österreich und der Schweiz, aber auch hier bei uns in Industrie und bei Klärwerken zur Reinigung der Abwässer in der letzten Stufe, derAkivkohlereinigung.

Astmaterial wird zerkleinert und zum Feuer gegeben

Das Feuer wurde in einer Erdmulde angelegt, von oben gezündet und  anschließend wurde vorsichtig immer wieder Astmaterial nachgelegt ohne die Flammenbildung wesentlich zu stören. So wurde eine saubere Verbrennung ohne Rauchentwicklung möglich. Das Feuer also immer von oben anzünden, die giftigen Rauchgase können so vollständig verbrennen. Schutz vor Wärmestrahlung ist angebracht, langärelige Hemden und Schutz der Beine.

Frühjahr 2020 Artenvielfalt schaffen

Wachstum zu mehr Naturvielfalt statt Zerstörung und Artenarmut, das ist der Weg in die Zukunft für uns heute und die kommenden Generationen. Heute und im gerade begonnenen Jahr ist der Beginn zu mehr Vielfalt. Jede/r kann jetzt beginnen.

Wer einen Garten sein Eigen nennen kann, wer Ackerfläche besitzt, wer Flächen gepachtet hat zur Nutzung mit den verscheidensten Kulturen, all diese, die  im Besitz offener Erdflächen sind können die Artenvielfalt fördern.

Es gehört nicht viel dazu, aber mehr Empathie und eine andere Nutzungsform mit weniger Pflegeeinsatz und vor allem schondende Bodenbearbeitung. Heute schon sind erfahrene Saatzuchtbetriebe in der Lage Ihnen Saatgut mit heimischen Stauden und Pflanzen bodenspezifisch zusammenzumischen. Nicht ganz billig, aber effektiv zur Bienen und Wildbienenförderung.

Eine Vielzahl von Lebewesen sind angewiesen auf eine Blumen und Pflanzenvielfalt das ganze Jahr hindurch. Blüten vor Aussaat der Samen abzumähen macht keinen Sinn. Deshalb gehört zum Management Artenvielfalt auch Sorgfalt und behutsames Vorgehen.

Beginnen kann jede/r mit einer kleinen eigenen Fläche, diese naturnah umzugestalten und heimische Pflanzen vielleicht auch einzusetzen aus Gebieten, wo ein Überfluss dieser Pflanzen herrscht (Entnahme aus Schutzgebieten ist nicht erlaubt)

Machen Sie mit, viele kleine Iniativen werden zu einem großen Ganzen. Wir vom BUND freuen uns auf Ihre Aktivitäten die Artenvielfalt zu fördern.

 

 

Mobilität und Individualverkehr raubt uns freie Zeit

Car Sharing, das angebliche Allheilmittel wird unsere Mobilitätskrise nicht lösen. Ob Privatauto oder geliehenes Auto, alle brauchen Parkraum. Absurd dass sie sogar bevorzugt werden und Sonderparkplätze eingerichtet wurden und werden für Privatunternehmer.


Für Friesenheim ist gerade einmal ein Sonderparkplatz eingerichtet für Elektroautos, dieser ist am Rathaus. Auch dies kann nur eine vorrübergehende Maßnahme sein um E- Autos als Individualverkehr zu fördern. Doch Förderung löst nicht die Lärm- und Platzprobleme und auch E-Mobilität verstopft die Straßen und Ortschaften.

Ausschließlich öffentlicher Nahverkehr mit Bussen und Bahnen kann dem Verkerskollabs entgegen wirken. Zukünftig wird das Individualtransportmittel im Nahbereich das Fahrrad sein mit neuen Techniken und elektrischer Unterstützung. Es verursacht keinen Lärm , kann schnell ohne viel Platzbedarf abgestellt werden und ist im Verhältnis schneller als ein Auto. Bis man mit dem Auto eingestiegen , gefahren und geparkt hat ist man mit einem Rad schon bei seinen Erledigungen (bei Entfernungen bis 5 Km)


Es ist an der Zeit umzudenken und anders zu handeln, auch aus gesundheitlichen Gründen. Wer sich bewegt lebt in der Regel länger und gesünder.


 

Wildpflanzen sind Lebensräume für Insekten

Unscheinbar und doch lebenswichtig sind sie, die kleinen Blühpflanzen am Wegesrand oder in der Wildblumenwiese. Leider muss man inzwischen weit gehen, will man solche Wildwiesen noch erleben. Für Friesenheim ist es das Wiesengebiet von der Gutleutkirche bis hinüber über die BAB in Richtung Schutterwald. Hier findet man noch heute seltene Pflanzen aber auch Schmetterlinge, Grillen und Heupferdchen, die Wildbienen nicht vergessend.

Nekttarpflanzen sind die "Kaufläden" der Insekten, ohne sie können sie nicht überleben. Um so wichtiger ist es diese Wiesen zu erhalten, die Artenvielfalt hat sich über viele Menschengenerationen entwickelt. Einen intensiv genutzten Acker wieder in diese Vielfalt zu verwandeln, dazu braucht es mehr als 100 Jahre.

Wildwiesensamen können eine Rekultivierung beschleunigen, die Artenvielfalt aber das sind nicht nur die Gräser und Wildstauden sondern auch Insekten wie Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Wildbienen. Bis diese sich in einer neu anglegten Wiese wieder eintreffen werden wie oben erwähnt, viele Menschengenerationen gelebt haben.

Helfen Sie uns das Ziel zu erreichen, den Artenschwund aufzuhalten und Wildblumenwiesen zu erhalten.

Naturschutz lebt vom Mitmachen, Helfer/innen stets Willkommen

Auch im Jahre 2019 entwickelt sich unsere Gesellschaft weiter, Erhalt der Natur und der Umweltschutz muss nicht neu erfunden werden aber stetig ist etwas zu tun. Mit Stellungnahmen hat der BUND schon manche gute Vorschläge einbringen können die dann auch umgesetzt worden sind.

Der Norma Markt in Heiligenzell als Beispiel, hier habern wir vom BUND vorgeschlagen einen Ausgleich zu schaffen für Neuversiegeleung der ehemalig offenen Fläche des Festplatzes. Jede Bebauung bedeutet Beschleunigung der Regenwasserfrachten in die Bäche. Das Wasser sammelt sich und wird in der Regel schneller in die Bäche abgeführt. die Folge sind vermehrt auftretende Hochwässer auf Flächen der Unteranlieger.

Der Norma Markt hat unseren Vorschlag in die Gestaltung der Freifläche übernommen. Gräben können nun das anfallende Oberflächenwasser bei Starkregen aufnehmen und langsam an den Boden abgeben. somit wird die Beschleunigung der Regenfrachten aufgehalten. Zugleich entwickeln sich kleine Biotope in diesen Gräben. Bäume oder Heckenpflanzen können nun ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden und Vögel und Kleinlebewesen haben ein neues zu Hause.

BUND Bachpatenschaft immer noch eine Freude nach über 30 Jahren

Angefangen hat es in der Zeit des Reaktorsupergaus von Tschernobyl. Damals gab es die BUND Gruppe gerade 2 Jahre. Es wurde entschieden und geplant eine Bachpatenschaft für einen Uferabschnitt der Schutter zu übernehmen (1000m)

Der Gemeinderat, er diskutierte kontrovers, ob diese jungen Leute das auch durchhalten und nicht doch schon nach ein zwei Jahren die Pflegearbeit bei der Gemeinde landen würde. Schliesslich entschied die Mehrheit dem Projekt des BUND zuzustimmen, zu gut waren die Pläne und Argumente des BUND Friesenheim.

Nach über 30 Jahren ist die Patenschaft immer noch Thema in der Ortsgruppe. Hecken müssen zurück genommen werden, Nistkästen kontrolliert oder aufgehängt werden. Es ist immer was zu tun!

 

Wildbienen und Insekten brauchen Lebensräume

Natrülich hat sich die Bewirtschaftung der Äcker und Fluren in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt, leider zum Nachteil der Vielfalt. Dies gilt es aufzuhalten und zu ändern. An Wegesrändern oder auf Wildwiesen bestehen die vielfältigen Lebensräume noch, sie sind aber zu klein und werden auch gelegentlich gestört in ihrem biologischen Gleichgewicht. Orchideenwiesen sind sensible Bereiche, eine Düngung mit Jauche oder Volldünger ist der Tod für diese Juwelen der Heimat. Natürlich ist das Umbrechen der Tod dieser Vielfalt, sie kann durch Neusaat von Wildsamen nicht wieder in Kürze hergestellt werden. Dazu braucht es viele Generationen gleichartiger Bewirtschaftung.

Helfen Sie mit diese Flächen zu erhalten, gerne würde der BUND sich  einbringen, Pflege und Nutzung sensibler Flächen sind nicht einfach, dennoch ist es möglich wertvolle artenreiche Landschaften für viele Generationen in die Zukunft zu entwickeln. Es braucht aber Menschen die das mit unterstützen und ihre Flächen dafür zur verfügung stellen.

 

Heizwert nicht immer vergleichbar

Mogelrechnungen iritieren, Auszug aus "Energiesparhaus"

Erdgas: 9,5 - 10,28 kWh/m³

Flüssiggas: 12,8 kWh/kg

Heizöl extraleicht: 10 kWh/l

Heizöl leicht: 10,5 kWh/l

Koks: 7,5 - 8 kWh/kg

Steinkohle: 7 kWh/ kg

Steinkohle-Briketts: 8,3 kWh/kg

Holz (weich): 1300 - 1500 kWh/rm

Holz (mittelhart): 1500 - 1900 kWh/rm

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Hier können Sie sehen, wie schwierig die Berechnung der Energieinhalten verschiedenster Brennstoffe ist. Es fehlt ein genormtes Verfahren zum exakten realen Messen der Wärmeinhalte von Brennstoffen.

Wir schlagen vor:

Jeder Brennstoff muss eine definierte Menge Wasser auf Siedetemperatur erhitzen. Die verwendete Menge Brennstoff wird nun untereinander verglichen. Nur so ist objektiv zu erkennen, welcher Brennstoff bei optimaler Verbrennung günstig oder teuer ist. Auch kann nur so ermessen werden in welchem Verhältnis die verschiedenen Brennstoffe zueinander stehen. Erkennbar wird, wo mehr benötigt wird für das gleiche Ergebnis.

Aber natürlich ist Biomasse, gewonnen aus nachhaltiger Forstwirtschaft, an erster  Stelle wertvoll, auch wenn Gas mit gleichem Mengenanteil (Wärmeeqivalent) der Erhitzung einer Normgröße Wasserkörper zum Siedepunkt, kostengünstiger eingekauft werden kann.

Priorität muss es sein nachwachsende Rohstoffe, die unter ökologisch nicht nachteiliger Herstellung erschlossen wurden, immer zu bevorzugen und ggf. zu subventionieren.
 

Eingeschleppte Pflanzen, nicht immer ein Problem

Japanischer Knöterich, Goldrute und das Kreuzkraut sind Pflanzen, die nicht in unsere Natur in Europa erwünscht sind. Das Jakobs Kreuzkraut ist giftig, sogar der Nektar der Blüte, wird erüber die emsigen Bienen in die Waben abgelegt, kann den Honig ungenießbar machen. Der Wirkstoff des Jakobs Kreuzkrautes ist ein Allergen und kann bei empfindllichen Menschen heftige gesundheitliche Nebenwirkungen auslösen.

Der sog. Sommerflieder ist hingegen eine harmlose Pflanze die über viele Wege aus Übersee ihren Weg nach Europa gefunden hat. Schmetterlinge und andere  Insekten lieben diesen Strauch, bietet we doch sogar im Hochsommer, wenn manche Wiese schon gemäht wurde, reichlich Nektar.

Das Überleben der Insekten ist auch von solchen "Einwnaderern" leichter geworden, schließlich ist die Verarmung an Blühwildkräutern mit verantwortlich für das Insektensterben.

Die Natur braucht Widheit und Reservate für seltene Arten. Konsumorientierung macht uns schnell  blind für notwendige Schutzmaßnahmen für Fauna und Flora.

Machen Sie mit, wir brauchen aktive Naturschützer/innen!

Wildpflanzen die blühen, locken Insekten an, diese wiederum Vögel, ein Regelkreis der erhalten werden muss.

Naturwildkräuter sind nicht immer lästig, manche sollten auch in jedem Garten einen Platz haben , so gehört das Lungenkraut zu den Bienen liebenden Pflanzen. Auch bei niedrigen Temperaturen ist dieser Frühlingsblüher ein Hummel und Wildbienenmagnet. Zudem sieht sie schön aus und bereichert jeden Garten und jede Wiesenfläche wenn man sie nur stehen lässt.

Nur Mut zu mehr Wildkräutern und heimischen  Blütenstauden. Manche lassen sich leicht vermehren über den Samen oder sie breiten sich in den Gärten auf natürliche Weise über die Wurzeln oder Knollen aus.

Lungenkraut- Heilpflanze

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